¿Ernesto, Schuhe sind in deiner Familie ein großes Thema. Bereits dein Urgroßvater produzierte Espandrillos. Kam da bei dir jemals der Wunsch auf etwas anderes zu tun, eine andere Richtung einzuschlagen?
Ich bin quasi zwischen Schuhen und Leder aufgewachsen und wurde sicherlich von der traditionellen Geschichte meiner Familie beeinflusst. Selbst als ich in den 70er Jahren Ökonomie an der Universität von Valencia studierte, half ich bei meiner Familie aus. Als ich dann Betriebswirtschaft in Barcelona studierte, entdeckte ich meine Liebe für Marketing und Produktentwicklung. Zu diesem Zeitpunkt habe ich auch mit dem Gedanken gespielt, etwas ganz anderes zu machen, aber am Ende war mir klar, dass ich die Tradition meiner Familie fortführen möchte. Und mir mein dazu gewonnenes Wissen dabei helfen kann.
¿In den 80ern hast du dann Snipe gegründet. Was zeichnet die Marke für dich persönlich aus? Was ist das Besondere an ihr?
Ich war damals noch sehr jung und Segel-Schuhe kamen gerade in Mode. Davon habe ich mich dann bei der Namensfindung inspirieren lassen. Snipe war der Name eines Segelschiffs und stammt von der Vogelart „Bekassine“, einer Schnepfenart, die anders als kleine Watvögel mit ihrem überdimensionalen Schnabel tief im Schlick wie mit einer Sonde nach Nahrung pickt. Ich liebe diesen Namen, denn er erinnert mich an Natur, Luft und Meer. Und der Name ist Programm! Denn Snipe ist tiefgründiger und punktet mit einem individuellen Design, hervorragender Qualität, Funktionalität, Komfort und natürlich auch mit Nachhaltigkeit. Zudem spürt man, dass Snipe mehr ist als nur ein Schuh. Snipe ist ein Gefühl! Und das fühlt sich an wie reine, spanische Lebensfreude mit dem tiefen Wunsch, die Welt ein kleines Stück besser zu machen!
¿Die Produkte von Snipe überzeugen auch durch eine gewisse Zeitlosigkeit. Ist das gewollt und deiner Meinung nach etwas typisch spanisches? Welches Kleidungsstück ist der Klassiker in deinem Schrank? Snipe ist anders und überzeugt mit seiner individuellen, kreativen Art. Das gesamte Snipe-Team ist ein bisschen verrückt. Aber niemals so, dass es den Boden unter den Füßen verliert. Und das ist vielleicht auch eine typisch spanische Charaktereigenschaft: Wir sind temperamentvoll, aber verlieren niemals den Gesamtüberblick. Uns ist bewusst: Die Entwicklung eines guten Designs braucht Zeit. Und wer heutzutage nachhaltig sein möchte, muss noch bodenständiger denken, als andere. Ich persönlich bin ein Fan gemütlicher, praktischer Kleidung: Im Winter trage ich am liebsten Kordhosen, Baumwollhemden und klassische Wolljacken. Im Sommer bevorzuge ich Baumwollhosen, T-Shirts und natürlich zu allen Jahreszeiten: bequeme Snipe Schuhe!
¿Nun kommt mit dem Snipe 100 bald ein ganz besonderer Schuh auf den Markt. Was unterscheidet ihn von anderen Schuhen?
In einer Welt, in der die Verschwendung von Rohstoffen an der Tagesordnung liegt und das Prinzip der Nachhaltigkeit immer mehr im Bewusstsein der Menschen reift, hat Snipe einen Schuh entwickelt, der am Ende seines Produktlebenszyklus sprichwörtlich den Nährboden für neue Substanzen bietet: Den Snipe 100 - den ersten vollständig kompostierbarem Schuh. Wir wollen die Welt verändern und den Menschen zeigen, dass sie durch ihr Konsumverhalten die Erde zu einem besseren Ort machen können!
¿Wie kommt man auf die Idee einen kompostierbaren Schuh zu produzieren und wie hast du sie umgesetzt? Wie waren die Reaktionen aus deinem Umfeld?
Bereits 1993 hatte ich erstmalig die Idee einen vollständig kompostierbaren Schuh zu designen. Der damalige Prototyp hieß „Snipe Natur“. Für die Idee bekamen wir damals sogar den Kreativpreis von der Regierung Valencia. Aber der Markt war noch nicht reif dafür. Zudem waren die Materialien (Leder, Sohlen, etc.) und Methoden damals einfach noch nicht weit genug entwickelt. Inspiriert wurde ich von Alfonso del Val, einem spanischen Pionier in Sachen Recycling. Alfonso, Dr. Plana und die Universität von Vigo, sowie diverse Pflanzenproben aus der Universität von Pamplona haben mir geholfen den Snipe 100 zu entwickeln. Unsere Entwicklungen sind mittlerweile ECN (European Compost Net) zertifiziert und für den Orbit Congress im Juni in Rennes (Frankreich) zur Publikation freigegeben. Dazu wird es außerdem einen kleinen Film von dem in Spanien lebenden Italiener Federica Romeo geben, der zeigt, welchen Einfluss kompostierte Schuhe auf unser Ökosystem haben. Meine Freunde finden den Snipe 100 übrigens super und haben mich von der Idee bis zur Umsetzung immer unterstützt!
¿Ab wann kann man den Snipe 100 kaufen und hast du dir bereits ein Paar gesichert?
Sowohl Auslieferung als auch Bekanntmachung werden am 5. September sein. Es wird nur ein Modell und eine Farbe, jeweils für Damen und Herren geben. Wir haben das Konzept quasi top secret, auf Vertrauenbasis an die Händler verkauft. Bei Nichtgefallen können die Händler den Snipe 100 innerhalb von 8 Tagen an uns zurücksenden. Und natürlich habe ich ein Paar für meine Frau Elisa und mich gesichert!
¿Zum Abschluss noch eine etwas andere Frage. Was ist dein „the no lifestyle style“ Event 2012? Worauf freust du dich dieses Jahr am meisten?
Natürlich freue ich mich am meisten auf die Präsentation des Snipe100 am 5. September! Mit dem Snipe100 wird ein langgehegter Traum für mich wahr! Und ich bin zuversichtlich: Der Snipe100 wird einen völlig neuen Weg für unser Konsumverhalten ebnen. Danach werden meine Familie und ich diesen Moment im Rahmen eines kleinen Urlaubs in den Bergen und am Meer zelebrieren und genießen! Und wenn dann unsere spanische Fußballmannschaft auch noch die EM gewinnt, dann bin ich rundum glücklich!






